Warum Autoren einen eigenen Newsletter für ihr Buch haben sollten
Verlage erwarten heute, dass Autor:innen selbst für Sichtbarkeit sorgen. Ein Newsletter ist dabei der direkteste Weg — kein Algorithmus dazwischen, keine gemietete Reichweite. Warum du damit anfangen solltest, bevor das Buch fertig ist.
Ich kenne durch meine Arbeit beim Schreibzirkel ein paar Menschen, die gerade ein Buch schreiben - Romane und Sachbücher. Alles dabei.
Spätestens, wenn das Buch in den Druck geht (ob im Verlag oder selbst verlegt), stellt sich die Frage: "Und nun? Wie bringe ich das Buch unter die Leute?"
Selbst Verlage verlangen nämlich heute von ihren Autoren zumindest Mithilfe bei der Schaffung von Sichtbarkeit für das eigene Werk. Und bringst Du Dein Buch im Selfpublishing heraus, musst Du Dir sowieso Gedanken um Deine Sichtbarkeit machen, wenn Du willst, dass es gelesen wird.
Iss leider so. Die Zeiten, in denen man am Schreibtisch saß, das Manuskript abgab und dann nur noch ein paar Fotos für das Cover machte, sind vorbei.
Ist das schlecht?
Vielleicht. Aber wenn Du eine Chance darin siehst, selbst zu bestimmen, mitzumischen, dann ändert sich die Energie dieser Frage.
Also Sichtbarkeit für das eigene Buch - wie geht das?
Der klassische Weg in die breite Sichtbarkeit ist natürlich Social Media. Instagram, Threads, Bluesky und vor allem Tiktok. Machen viele. Klingt grausam? Kann ich verstehen. Trotzdem hilft Social Media zumindest Neugier zu erzeugen.
Wie Du Sichtbarkeit auf Social Media bekommst, ist ein eigenes Thema. Nur so viel: Recherchiere, auf welcher Plattform Deine Zielgruppe am wahrscheinlichsten ist. Und mach sie neugierig. Über provokante Thesen. Text-Auszüge. Reels von Dir. Such nach anderen Autoren, die sich dort zeigen. Finde einen, der Dir gefällt und kopiere das einfach. Nicht unbedingt die Bilder, aber das was er und wie er es teilt. Wichtig: Zeige in Deinen Beiträgen immer einen einfachen Weg in Deine Mail-Liste.
Denn hier passiert die eigentliche Magie. Mit einem Newsletter kannst Du:
- das Thema Deines Buchs ausführlicher zeigen
- Deine Schreibfortschritte teilen
- über Deine Struggles schreiben - das macht Dich menschlich
- Leseproben teilen
- Deine Figuren vorstellen und neugierig machen
- Feedback und Tipps bekommen, von Lesern und von anderen Autoren
- Dein Image als Autor oder Autorin aufbauen. Das ist wichtig.
Wie Du siehst, bieten sich für einen Newsletter Themen an, die nicht nur den Inhalt des Buchs betreffen, sondern den Schreibprozess. Du kannst Dir damit eine Audience aufbauen. Das solltest Du nicht erst tun, wenn das Buch fertig ist. Sondern vorher.
Stoff zum Drüber-Schreiben hast Du genug (siehe oben).
Wie anfangen?
Ein guter Kompromiss, gerade wenn Social Media sich nach zu viel anfühlt: Substack. Die Plattform ist irgendwo zwischen Newsletter und sozialem Netzwerk — du schreibst, andere lesen, kommentieren, empfehlen weiter. Du kannst andere Autor:innen finden, denen du folgst, und selbst gefunden werden. Und gleichzeitig hast du eine saubere Homepage für dein Buch, ohne eine extra Website aufzubauen. Außerdem startet die Seite in Deutschland gerade richtig durch. Ist also ein guter Zeitpunkt, hier einzusteigen.
Substack ist nicht perfekt — du bist auf eine Plattform angewiesen, die ihre eigenen Regeln macht. Aber als Anfang, um erst mal loszulegen und eine Leserschaft aufzubauen? Sehr gut.
Und wenn du später mehr Kontrolle willst, kannst du immer noch wechseln. Die Liste gehört dir — die nimmst du mit.