Warum du als schreibender Mensch dein eigenes Ding haben solltest
Bei Patreon rausgeflogen, auf LinkedIn zensiert — weil ihnen ein Wort nicht passte. Warum du als schreibender Mensch einen Ort brauchst, der dir gehört.
Bei Patreon bin ich ja schon mal rausgeflogen. Und bei LinkedIn wurde ich letzte Woche auch zensiert. Ihnen gefiel das Wort „Stinkefinger" in meinem Wochenrückblick nicht, das ich zur Beschreibung eines Songs verwendete, den ich als „tanzbaren Stinkefinger" bezeichnete.
Ganz ehrlich - in der allerersten Sekunde dachte ich: Dann nimm das Wort halt raus.
Aber dann dachte ich: Bestimmt nicht. Denn die Beschreibung trifft es einfach. Und der ganze Aufbau des Beitrags beruhte darauf.
Also bin ich mit dem Text einfach umgezogen und habe auf LinkedIn nur noch hierher verwiesen:

Aber genug des Rage-Baits. Gegen Nanny-Algorithmen zu wettern, ist billig. Denn spätestens seit dem Kaputtgehen von X ist klar, dass Social-Media-Plattformen eine Moderation brauchen. Auch wenn es einen dann zwei mal selbst trifft, und man sich ärgert.
Also warum ich Dir das schreibe?
Weil sich bei mir ein unendlich erleichterndes Gefühl einstellte: dass ich diese Plattform hier selbst habe. Und mich hier kein Algorithmus zensiert. Und weil das Leben manchmal einfach einen Song in Form eines tanzbaren Stinkefingers erfordert. Und weil ich so frei sein möchte, das auch so sagen zu können.
Denn dafür ist das Schreiben doch da: die Wahrheit zu sagen. Die ganz persönliche, auch wenn die andere manchmal für freakig oder unschicklich halten. Denke ich plattformig den Algorithmus schon mit, beschneide ich mich. Und verschenke einen Teil der mir geschenkten Kreativität.
Und genau deshalb schreibe ich Dir das. Nicht, damit Du morgen einen eigenen Server aufsetzt. Sondern damit Du weißt: Es gibt eine Möglichkeit, es gibt einen Ort, an dem Du schreiben kannst, ohne Dich vorher zu fragen, ob ein Wort durchkommt. Diesen Ort findest Du aber nicht auf einer fremden Plattform. Den baust Du Dir. Und sei er noch so klein.
Dein eigenes Ding muss nichts Großes sein. Ein Newsletter. Ein Blog. Eine Seite, die Dir gehört. Der Punkt ist nicht die Technik. Der Punkt ist, dass zwischen Dir und Deinen Worten niemand mehr steht, der den „Stinkefinger" rausstreichen will (und ihn damit verdient. 😉)
Take-Away:
Auf Plattformen zu schreiben, heißt für zwei zu schreiben: für Deine Leser und den Algorithmus.
