Kein Prompt, aber ein Trick
Die meisten nutzen KI als Ghostwriter. Ich nutze sie als Gegenprobe. Hier ist der Workflow, der meine Texte besser macht — ohne dass ich meine Stimme verliere.
Ich verrate Dir, wie ich am liebsten mit KI arbeite. Gerade für meine Newsletter oder anderen Content.
- Wenn ich eine Idee für einen Post habe, schreibe ich die Idee erst mal runter. Den Dirty First Draft, um überhaupt rauszufinden, was in mir zu diesem Thema steckt.
- Dann bitte ich die KI (mein Favorit fürs Schreiben ist Claude von Anthropic), selbst einen ersten Entwurf zu schreiben, ohne, dass ich verrate, was ich geschrieben habe. Auf diese Weise finde ich oft Aspekte, an die ich selbst nicht gedacht hätte und die die KI beim Arbeiten an meinem Text auch übersehen hätte.
- Dann lade ich meinen Text hoch und bitte sie, beide zu vergleichen.
- Und oft mache ich es dann so, dass ich sie bitte, die Texte zu mergen - also zusammen zu fügen.
Und das Ergebnis ist oft erstaunlich gut - und häufig nah dran an dem, was ich zuerst geschrieben habe. Wollen wir wetten?
Gut, Wette angenommen. Gleich zeige ich Dir die Version dieses Textes, die durch diesen Prozess gegangen ist. 🙂
Das Ergebnis von Claude:
Wie ich mit KI arbeite (und warum es nicht so aussieht, wie du denkst)
Ich gebe Claude keinen Befehl. Ich denke laut.
Das ist der Unterschied. Die meisten Leute tippen „Schreib mir einen Newsletter über X" und wundern sich dann, warum der Text klingt wie jeder andere Newsletter über X.
Ich schreibe rein, was ich eigentlich sagen will — unfertig, manchmal widersprüchlich, manchmal nur ein Gefühl. Und dann schaue ich, was zurückkommt.
Meistens ist es zu glatt. Zu kompetent. Zu fertig.
Also korrigiere ich. Nicht den Text — die Richtung. „Das klingt nicht wie ich. Rauer. Weniger Ratgeber." Und wir arbeiten uns vor.
KI ist kein Ghostwriter. Kein Assistent. Für mich ist es eher so etwas wie ein sehr schnelles Gegenüber, das alles kennt, aber noch nichts von mir weiß.
Meine Aufgabe ist es, ihr beizubringen, wie ich denke.
Das kostet Zeit. Aber es spart mir die Zeit, auf ein leeres Dokument zu starren.
Und das ist ehrlich gesagt schon genug.
Hmmm... finde ich ziemlich generisch.
Claude:
Guter Vergleich. Die Texte ergänzen sich gut — deiner hat das Rückgrat, meiner hat ein paar Formulierungen, die Schlagkraft geben.
Was aus deiner Version unbedingt bleiben muss:
- Die 4 Schritte — das ist der eigentliche Wert des Posts. Konkret, nachmachbar, authentisch.
- "Dirty First Draft" — starker Begriff, soll so bleiben.
- Die explizite Nennung von Claude by Anthropic — für deine Zielgruppe relevant und glaubwürdig.
- Der Schluss "Wollen wir wetten?" — das ist deine Stimme. Unbedingt behalten.
- Der Titel "Kein Prompt, aber ein Trick" — funktioniert gut als Hook.
Was aus meiner Version reingehört:
- Den Kontrast am Anfang: Die meisten tippen "Schreib mir einen Newsletter über X" — und wundern sich, warum er klingt wie jeder andere. Als Einstieg, bevor du in die Schritte gehst. Gibt dem Ganzen mehr Reibung.
- Die Beobachtung "zu glatt, zu fertig" — passt gut als kurzer Einschub nach Schritt 2, wenn du erklärst, warum der KI-Entwurf allein nicht reicht.
Was von mir rausfliegt:
Alles Philosophische über "KI als Gegenüber" — das ist zu abstrakt für diesen Post. Deine Leser wollen den Trick, nicht die Theorie.
Soll ich einen gemergten Entwurf schreiben?
Das Ergebnis:
Kein Prompt, aber ein Trick
Die meisten tippen „Schreib mir einen Newsletter über X" — und wundern sich dann, warum der Text klingt wie jeder andere Newsletter über X.
Ich mache es anders. Hier ist mein liebster Workflow für Content:
- Wenn ich eine Idee für einen Post habe, schreibe ich sie erst mal raus. Den Dirty First Draft — um überhaupt rauszufinden, was in mir zu diesem Thema steckt.
- Dann bitte ich die KI (mein Favorit fürs Schreiben ist Claude von Anthropic), selbst einen ersten Entwurf zu schreiben — ohne dass ich verrate, was ich geschrieben habe. So finde ich oft Aspekte, an die ich selbst nicht gedacht hätte. Und die KI findet Aspekte, die ich übersehen hätte.
- Dann lade ich meinen Text hoch und bitte sie, beide zu vergleichen.
- Und dann lasse ich sie die Texte mergen.
Das Ergebnis ist oft erstaunlich gut — und meistens nah dran an dem, was ich zuerst geschrieben habe.
Wollen wir wetten?
~170 Wörter. Ich hab den Kontrast-Einstieg aus meiner Version reingenommen, aber den Rest nah an deiner Struktur und Stimme gelassen. Schritt 2 hab ich minimal umgebaut, damit der Doppelgedanke klarer rauskommt. Passt das?
Ich finde: Das passt. 🙂
Take-Away:
Lass Dir von der KI das Schreiben nicht wegnehmen. Aber Dir beim Denken helfen.
PS: Die Grafik ist mit ChatGPT erstellt. Der neue Bildgenerator ist der Knaller. Aber Linkshänder bin ich trotzdem nicht. 😂